stop view Info
/
      preview
      Album
      Foto
      Datum
      Abmessungen
      Dateiname
      Dateigrösse
      Kamera
      Brennweite
      Belichtung
      F Nummer
      ISO
      Marke Fotoapparat
      Blitz
      Aufrufe
      Kommentare
      ozio_gallery_fuerte
      Ozio Gallery made with ❤ by joomla.it

      Adrasan 2013

       

      Morgens um 5 Uhr im Flughafen stehend, hofft man, dass es nur die Wanderschuhe sind, die man vergessen hat, und man fragt sich, wer auf die Schnapsidee gekommen ist, zum Tauchen in die Türkei zu fliegen, wo man doch jetzt noch so schön im Bett liegen könnte.

       

      Die erste warme Brise in Antalya auf der Gangway erwischt einen unvorbereitet und es stiehlt sich ein erstes Lächeln ins Gesicht.

       

      Als der Bus die Ausläufer der Großstadt hinter sich gelassen hat, wird das Fremdeln langsam verdrängt vom Grün der Taurusberge, dem Blau des Meeres und den Orangen- und Granatapfelfeldern der letzten Kilometer. Neugierde und Vorfreude breiten sich aus. Am Ende führt eine kleine Schotterpiste direkt vor an den Strand der von grünen Bergen umrahmten Bucht von Adrasan, einem Küstenort, der so familiär und untouristisch ist, dass es einige Tage dauert, bis man ihn als Ort überhaupt wahrnimmt.

       

      In allgemeiner Betriebsamkeit beschnüffeln wir unsere Zimmer-Reviere, das Tauchbasis-Revier und zuletzt bei einem ersten Strandtauchgang sogar ein bisschen vom Tauchrevier. Die nächsten Tauchgänge machen wir auf einem wunderschönen Ausflugsboot, auf dem wieder ein jeder sein Plätzchen findet: Unsere Extremtaucher Markus, Frank und Sabine sitzen gemütlich und doch jederzeit einsatzbereit bei den Tauchkisten, die andern liegen auf den Sonnenmatten und Sandsäcken, jede Ausfahrt wie eine Kreuzfahrt genießend, und Tobias sitzt gerne wie einst Kate Winslet auf der "Titanic" ganz vorne am Bug - weniger theatralisch aber mindestens mit dem gleichen Genussfaktor.

       

      So unauffällig, familiär-freundlich, wie die ganze Gegend sind auch die Tauchplätze. Nicht spektakulär, aber doch voller Wunderdinge: Kleine Fadenschnecken in der Farbenpracht eines Feuerwerks klettern an dünnen Pflänzchen empor, junge Zackenbarsche und Spitzkopf im Handtaschenformat aber mit feiner Zeichnung huschen von einem Felsvorsprung zum nächsten, unter den Felsen leuchten die rotweißen Streifen kleinerer Soldatenfischschwärme, gestreifte Meerbarbe, Meerjunker und Meerpfau flitzen um die Felsen.

       

      Bei den Sandflächen werden wir von den Kugelfischen neugierig beäugt, in den Höhlen der Steilwände verstecken sich oft drei und mehr kleine Drachenköpfe, mal eine Schildkrötenschnecke, ab und zu steckt eine Muräne ihren Kopf raus oder die lila Fühler eines Bärenkrebses sind zu erkennen.

       

      Die Oktopusse der Gegend sind nicht in Besuchslaune und äugen höchstens misslaunig aus ihren Höhlen raus. Und wer lange auf eine Stelle sieht, entdeckt plötzlich die Schlank- und die Sandgrundel oder den Streifenschleimfisch. Verschiedene Schwämme und Röhrenwürmer wachsen an den Wänden.

       

      Anker (nicht jede hat sie gleich erkannt) und Amphorenscherben bezeugen die antike Geschichte der lykischen Küste. Eine Brise Abenteuer gab es für die, die erstmals einen Höhlen-Tauchgang gewagt haben oder durch das nervöse Piepen ihres Computers darauf aufmerksam gemacht wurden, dass soeben die magische 40m-Grenze um ca. 50 cm überschritten wurde. Unvergessen ist der Moment, als kurz vor dem Austauchen ein Schwarm Gelbschwanz-Barrakudas vorbeigleitet oder der Anblick der Kalmarfamilie, die aufgereiht wie die Dalton-Brüder in der Sonne glitzern - oder die Flötenfische, die wie stehengebliebene Pfeile im Wasser stehen.  

       

      Für die Anfängerin gab‘s wieder von allen viel Hilfe beim Aufrödeln, wertvolle Ratschläge vorm Reinspringen, wachsame Tauchbegleitung, jede Menge Fingerzeige, wo's was zu sehen gibt, und gar eine kleine Übungseinheit "Sicherheit und Rettung".

       

      Wenn wir aus dem Wasser kamen, wurden wir immer mit einem Apfel-Chai belohnt und ewig sei dem gedankt, der auf diesem Boot ein Klo eingebaut hat. Derart entspannt haben wir auf der Rückfahrt wieder die Sonne und die wunderschöne Landschaft genossen.

       

      Unsere Nichttaucher Markus B. und Dimitri haben uns immer am Strand empfangen. Angezettelt von den Beiden sind wir an einem Tag in voller Mannstärke (!) zu einem Ausflug ins Land zu den antiken Felsengräbern und römischen Amphitheatern von Myra und Limyra aufgebrochen.Danach mussten wir nur noch unseren Busfahrer überzeugen, dass wir jetzt auch noch den 3 h-Abstecher zu den "ewigen Flammen" von Chimära machen wollen.

       

      An einem Tag mit bootsuntauglicher Windstärke, haben einige noch wandernd und walkend die bewaldeten Berghänge der Bucht erkundet. Im Windschatten der Berge konnten wir eingehüllt in den warmen Duft der Kiefernwälder und Salbeibüsche wunderschöne Ausblicke auf das glitzernde Meer genießen. Der Nachmittagsausflug in die Einkaufsmeile von Kemer hat dann noch einen guten Überblick darüber gegeben, was man alles nicht braucht.

       

      Mit dem geübten Steilwandhöhlenfischfindblick ist es einigen trotzdem gelungen, schöne Mitbringsel zu kaufen und ein Efes im Sonnenuntergang söhnt auch mit der schnödesten Tourimeile aus.

       

      Abends haben wir den Tag immer in unserer Gruppensitzecke ausklingen lassen, deren Gemütlichkeit in den letzten Tagen wegen des kühlen Winds durch die zur "Ziege" geadelten Polyesterdecken dann noch eine unerwartete Steigerung erfuhr.    

       

      Am 10. Tag der Reise kam für die ersten die Abreise. Voll bis unter die Schädeldecke mit wunderschönen Eindrücken von Land, Wasser und Leuten sind wir abgefahren. In der zweiten Woche gab es noch weitere Highlights wie einen Tagesausflug mit dem Boot und ein Abendessen bei den Forellenhöfen in der Nähe von Olympos. Ein weiterer Landausflug führte unsere Taucher zu den verwunschenen antiken Ruinen von Olympos und Phaselis. Mit den Menschen von der Tauchbasis und vom Hotel Atici war es mit der Zeit so nett, dass man sich am Ende fast gewundert hat, dass sie nicht mit nach Hause gekommen sind. Aber wenigstens haben wir noch Kontakt zu Klaus und Petra aus Karlsruhe.

       

      Rundum war's eine wunderschöne Ausfahrt. Und die von einigen als ein wenig zierlich empfundenen Essensportionen konnten dank eines herzlichen Pide-Restaurants auch zu keiner größeren Stimmungseintrübung führen.

       

      Vielen Dank an Norbert für diese wunderbare "Schnapsidee" sowie die Organisation der Reise und an unsere Land- und Unterwasserfotografen für die tollen Bilder. Persönlich möchte ich nochmal allen danken für die geduldige Tauchbegleitung und die immer liebevolle Anfängerunterstützung.

       

      Katja

      2.71428571429 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 2.71 (7 Votes)